Das Kammergericht liebt den Verrat – und hasst den Verräter

von kolja zaborowski

Ein Mitangeklagter meines Mandanten in einem größeren Drogenverfahren hatte sich von seiner “Lebensbeichte” erhebliche Strafmilderungen versprochen – und vom Landgericht auch erhalten. Das Strafmaß war gemessen am eingeräumten Tatvorwurf moderat und mit der Urteilsverkündung wurde der Haftbefehl zwar nicht aufgehoben, aber es wurde beschlossen den Angeklagten vom weiteren Vollzug der Untersuchungshaft zu verschonen. Die dagegen erhobene Beschwerde der Staatsanwaltschaft hatte nun beim Kammergericht Erfolg und bietet auf 16 Seiten Seiten ein lehrreiches Beispiel dafür, wie findige Juristen jeden Umstand so verdrehen können, dass daraus doch noch ein Strick für den Angeklagten wird. Die Spitze bildet dabei die Widerlegung des Arguments des Angeklagten, dass ein künftiges Leben in der Illegalität für ihn ausgeschlossen sei, da er gegen seine früheren “Geschäftspartner” ausgesagt habe, damit vielen Leuten auf die Füße getreten und er von diesen nun bedroht werde.

Willkommen in der harten Realität ...

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