BGH: Mitverschulden des Geschädigten bei abgebrochener Behandlung

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Der 4-jährige Sohn der Klägerin wurde auf der Straße vom Pkw des Beklagten zu 1 erfasst und schwer verletzt. Sie macht geltend, es habe sich bei ihr ein posttraumatisches Belastungssyndrom und daraus in der Folge u. a. eine Magersucht entwickelt. Eine begonnene (und zunächst erfolgversprechende) Therapie hat die Klägerin abgebrochen, um nicht von ihren Kindern getrennt zu werden. Das kann, so der BGH, ein Mitverschulden begründen (Urteil vom 10.02.2015, Az. VI ZR 8/14):

aa) Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts könnte für die Bemessung des Schmerzensgeldes allerdings der Umstand Gewicht haben, dass die Klägerin die von ihr begonnene Therapie nicht fortgesetzt hat. Wegen der positiven Entwicklung des Gesundheitszustands der Klägerin nach der verhältnismäßig kurzen Vorbehandlung bewertet das Berufungsgericht die Prognose, dass eine Fortführung der Therapie eine Besserung erbracht hätte, als günstig. Es meint jedoch, der Klägerin könne wegen der unterbliebenen Fortsetzung der Therapie kein Mitverschulden angelastet werden, weil sie sich ausweislich der dokumentierten Behandlungsgeschichte um die Heilung, zumindest aber Besserung ihrer nach dem Unfall manifestierten Essstörung bemüht habe. Alles spreche zwar dafür, dass dies nicht in ausreichendem Maße geschehen sei ...

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