Urheberrecht und Architektur

von Gerhard Ostfalk

Das von einem Architekten gstaltete Bauwerk kann urheberrechtlichen Schutz genießen. Bei einem Werk der Architektur findet die persönliche Schöpfung als immaterielles Gut ihren Ausdruck in dem vom Architekten geschaffenen Plänen. Ein Architekt kann einen urheberrechtlichen Beseitigungsanspruch haben, wenn das Bauwerk vom Bauherren etstellt wird.

Das international renommierte Architekturbüro des Architekten Gerkan entwarf und plante im Auftrag der Bundesbahn den Berliner Hauptbahnhof/Lehrter-Bahnhof. Die Planung sah unter anderem eine Ausgestaltung der abgehängten Decken in den unteren Bahnsteigebenen (Ebene -2 und Ebene -1) in Form einer Kreugewölbedecke vor, bestehend aus Gewölbetischen zu je 4 Gewölbesegeln.
Noch während das Genehmigungsverfahren lief, hatte die Bauherrin, ohne die Kläger darüber zu informieren, von anderen Architekten eine Planung für eine Flachdachdecke erstellen lassen. In den darauf folgenden Ausschreibungen wurde die Variante „Flachdecke“ als Alternativposition neben der Ausschreibung als „Gewölbedecke“ gestellt.

Wegen der höheren Kosten, die die eingeholten Angebote im Hinblick auf die Gewölbedecke verursachen würde, kam es zum Streit. Den klagenden Architekten wurde vorgeworfen, sie hätten ihren Kostenanschlag unzureichend berechnet ...

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