Krankentagegeldversicherung für den Fall der Arbeitsunfähigkeit.

von Ingo Julian Rösch

Geht ein Versicherter

  • im Rahmen einer Wiedereingliederungsmaßnahme gemäß § 74 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) seiner beruflichen Tätigkeit an seinem bisherigen Arbeitsplatz in zeitlich beschränktem Umfang nach,

so entfällt der Krankentagegeldanspruch auch dann,

  • wenn er während dieser Maßnahme keinen Lohn vom Arbeitgeber, sondern nur Krankengeld erhält.

Darauf hat der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) mit Urteil vom 11.03.2015 – IV ZR 54/14 – in einem Fall hingewiesen, in dem der Kläger

  • Versicherungsleistungen aus einer bei der Beklagten unterhaltenen Krankentagegeldversicherung, mit der ein Krankentagegeld in Höhe von 120 € täglich versichert war und der die Musterbedingungen 2009 des Verbandes der privaten Krankenversicherung (MB/KT) zugrunde lagen,

auch für die Zeit begehrt hatte, in der er

  • zwar wegen eines Burn-Out-Syndroms noch arbeitsunfähig krankgeschrieben war und noch keinen Lohn, sondern ausschließlich Krankengeld bezogen hatte,
  • aber bereits wieder nach dem "Hamburger Modell" stufenweise in den Arbeitsprozess eingegliedert worden war und dabei in den ersten beiden Wochen drei Stunden, in der dritten und vierten Woche sechs Stunden am Tag gearbeitet hatte.

In § 1 Teil I der MB/KT hieß es dabei unter anderem:

  • "(1) Der Versicherer bietet Versicherungsschutz gegen Verdienstausfall als Folge von Krankheiten oder Unfällen, soweit dadurch Arbeitsunfähigkeit verursacht wird. Er zahlt im Versicherungsfall für die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit ein Krankentagegeld in vertraglichem Umfang ...
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