Wenn das Hertz höher schlägt – Novelle der Systemstabilitätsverordnung

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In Deutsch­land und Europa liegt die Netz­fre­quenz bei ca. 50 Hertz. Aber was pas­siert, wenn im Früh­ling die Sonne lacht und gleich­zei­tig der Wind pus­tet, zu die­sem Zeit­punkt aber kaum jemand Strom aus dem Netz ent­nimmt? Dann wird womög­lich das Netz insta­bil, wes­halb Photovoltaik(PV)-Anlagen mit Fre­quenz­schutz­ein­rich­tun­gen aus­ge­rüs­tet wer­den müs­sen. Jetzt hat der Gesetz­ge­ber nach­ge­legt: Seit dem 14.3.2015 trifft die Nach­rüs­tungs­pflicht auch Biomasse-, Wind-, Was­ser– und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.

Das Pro­blem ent­steht, wenn die Grenze von 50 Hertz in einem gewis­sen Umfang über– oder unter­schrit­ten, weil deut­lich mehr oder weni­ger Strom erzeugt als gebraucht wird. Dann kommt es zu einer sog. Über– oder Unter­fre­quenz. In einer sol­chen Situa­tion tren­nen sich viele dezen­trale Anla­gen auto­ma­tisch vom Netz ab (Fre­quenz­schutz), ähn­lich einer Siche­rung, die her­aus­springt. Dies soll Anla­gen bei zu star­ken Abwei­chun­gen von der Soll­fre­quenz vor Beschä­di­gun­gen schüt­zen. Wer­den aber tau­sende Anla­gen gleich­zei­tig vom Netz getrennt und spei­sen plötz­lich kei­nen Strom mehr ein, kann dies die Sys­tem­sta­bi­li­tät gefähr­den und im schlimms­ten Fall zu einem Black­out füh­ren. Da ins­be­son­dere die Abschal­tung der Anla­gen bei einer Unter­fre­quenz von 49,50 Hertz pro­ble­ma­tisch ist, wird all­ge­mein von der “49,50-Hertz-Problematik” gesprochen.

Um dies zu ver­hin­dern, haben Netz­be­trei­ber diese Pro­ble­ma­tik in ihren Netz– und Sys­tem­re­geln berück­sich­tigt. So müs­sen bei­spiels­weise Anla­gen am Nie­der– und Mit­tel­span­nungs­netz seit eini­gen Jah­ren die darin vor­ge­ge­be­nen Anfor­de­run­gen an die Fre­quenz­ein­stel­lung ein­hal­ten und sind damit tech­nisch in der Lage, Fre­quenz­schwan­kun­gen bes­ser aushalten ...

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