Phänomene im Internet: „Das kann ich Ihnen nicht übersetzen“ – Fremdenhass auf Facebook

von Birgit Rosenbaum II

Phänomene im Internet: „Das kann ich Ihnen nicht übersetzen“ – Fremdenhass auf Facebook

Von Birgit Rosenbaum II, 25. März 2015

Wir freuen uns, heute einen Artikel einer unserer neuen Autoren präsentieren zu dürfen. Katharina Reber ist Studentin, kennt sich in der Kommunikation im Netz gut aus und kommentiert heute einen Beitrag aus SPON:

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Virtuelle Beleidigungen und üble Nachreden unterscheiden sich rein rechtlich nicht von solchen auf der Straße. Doch gibt es einen großen Unterschied zwischen den Hemmschwellen von Beleidigungen und Beschimpfungen, sobald wir uns von der Straße vor den Computer bewegen?

Ob in Onlineforen, auf Nachrichtenseiten oder im privaten Chat. Mit der virtuellen Mauer zwischen uns und dem Rest der Welt fühlen wir uns oftmals sicherer und selbstbewusster, als von Angesicht zu Angesicht.

„Nein. Ich kann das nicht.“

Menschenrechtler aus Litauen haben nun in einem Experiment die Verschiebung dieser natürlichen Schwelle aufzeigen wollen. Probanden wurden unter dem Vorwand, für einen vermeintlichen Werbespot an einem Casting teilzunehmen, mit anderen Mitstreitern in einen Warteraum gesetzt. Ein schwarzer Mitbewerber – selbst Schauspieler – bat seine Konkurrenten, ihm Kommentare auf seiner Facebookseite zu übersetzen, da er die Sprache noch nicht gut genug beherrsche.

Die zunächst simple Aufgabe wird für die Mitbewerber schnell zur unlösbaren Aufgabe, als sie erkennen, was sie ihrem Gegenüber ins Gesicht sagen sollen. Worte wie „Affe“ oder „Sklave“ werden verwendet. Die Teilnehmer sind sichtlich fassungslos, möchten den Text nicht übersetzen. Die Schwelle, einer realen Person solche Worte des offensichtlichen Hasses von Angesicht zu Angesicht entgegenzubringen, ist für sie zu groß ...

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