Mitursächlichkeit im Arzthaftungsrecht

von Ines Gläser

Die Voraussetzung für die erfolgreiche Durchsetzung von Ansprüchen aufgrund eines Behandlungsfehlers ist zum einen ein gutachterlich festgestellter Behandlungsfehler. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Behandlungsfehler zu einem Gesundheitsschaden geführt hat.

Stehen diese beiden Dinge fest, also sowohl der Behandlungsfehler als auch der Gesundheitsschaden und lässt sich außerdem die Ursächlichkeit zwischen beiden nachweisen, haftet der behandelnde Arzt bzw. die Klinik.

Rechtsanwältin Ines Gläser, Fachanwältin für Medizinrecht

Wird ein Behandlungsfehler zwar festgestellt, aber kein kausal hieraus resultierender Schaden, kann ein Schadensersatzanspruch nicht durchgesetzt werden. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Arzt zwar nicht leitliniengerecht vorgegangen ist, die gesundheitliche Beeinträchtigung aber dennoch, also auch bei ordnungsgemäßem Handeln des Arztes, eingetreten wäre.

Nicht immer lässt sich genau feststellen, ob ein Behandlungsfehler oder eine andere Ursache für den Schaden verantwortlich ist. Leidet ein Patient beispielsweise bereits vor einer ärztlichen Behandlung unter einer bestimmten Erkrankung und unterläuft dem Arzt dann ein Behandlungsfehler, durch den ein gesundheitlicher Schaden verursacht wird, der ohne die Vorerkrankung nicht so gravierend ausgefallen wäre, genügt der Rechtsprechung die Mitursächlichkeit des Behandlungsfehlers ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK