Bosman war gestern – welche Folgen hat das “Müller”-Urteil für den Profi-Fußball?

von Thorsten Blaufelder

Nach Überzeugung des Arbeitsgerichts Mainz müssen Profifußballer grundsätzlich unbefristete Arbeitsverträge bekommen. Die Besonderheiten des Sports rechtfertigen eine Befristung nicht, wie das Arbeitsgericht in einem am Dienstag, 24.03.2015, bekanntgegebenen Urteil entschied (AZ: 3 Ca 1197/14).

Es gab damit einem Bundesligaspieler des 1. FSV Mainz 05 recht. Er war dort zunächst für drei Jahre als Lizenzspieler beschäftigt und schloss dann im Sommer 2012 einen auf zwei Jahre Befristeten Vertrag ab. Nach Auslaufen des Vertrags klagte er auf Festeinstellung. Die Befristung sei unwirksam.

Demgegenüber argumentierte der Bundesligaverein, befristete Arbeitsverhältnisse für die Spieler seien branchenüblich. Wegen des Alters des Spielers von 34 Jahren habe Ungewissheit über die künftigen Leistungen bestanden.

Das Arbeitsgericht akzeptierte dies nicht und sprach dem Spieler eine Festeinstellung zu. Allein die Ungewissheit über die Leistungsentwicklung könne eine Befristung nicht rechtfertigen, urteilten die Mainzer Richter. Andere Befristungsgründe lägen nicht vor.

Generell erlaubt das Gesetz Befristungen ohne sachlichen Grund nur für die Dauer von höchstens zwei Jahren. Diese Zeit war hier bereits ausgeschöpft. Danach gelten als sachlicher Grund beispielsweise Vertretungsfälle oder ein anderweitiger nur vorübergehender Bedarf des Arbeitgebers ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK