Augenarzt muss vor Lasik-OP über Risiko der Verschlechterung des Sehvermögens aufklären: OLG Koblenz 29-10-14

weiterer Leitsatz:

Bekundet der zum Inhalt der mündlichen Aufklärung angehörte Arzt, dass er regelmäßig „die am häufigsten vorkommenden Komplikationen wie Entzündungen, Über- oder Unterkorrektur und Narbenbildung“ bespreche und bietet auch das Dokumentationsblatt über das Patientengespräch keinen Anhalt, dass das Risiko der erheblichen Verschlechterung des Sehvermögens erwähnt wurde, fehlt es an einer wirksamen Einwilligung des Patienten.

Der Fall:

Sein Patient litt unter Sehbeschwerden (Fehlsichtigkeit) und trug daher eine Brille. Zur Behebung der Fehlsichtigkeit begab sich der Kläger bei dem Beklagten, einem Augenarzt, in Behandlung. Mit dem Ziel einer Lasik-Operation (Laser-in-situ-Keratomuleusis - eine OP-Methode, bei der Ärzte die Hornhaut des Patienten mittels eines Laserstrahls teilweise abtragen, um wieder ein scharfes Sehen herbeizuführen). In diesem Zusammenhang sprachen die Parteien über die mit der Behandlung verbundenen Risiken. Was der Arzt dem Patienten dabei sagte, ist zwischen den Parteien umstritten.
Nach der Behandlung kam es bei dem Kläger zu Problemen mit den Augen (Sehschwierigkeiten). Er verlangt von dem Arzt Ersatz seiner Schäden. Er machte geltend, von dem Augenarzt nicht hinreichend über die mit der Behandlung verbundenen Risiken aufgeklärt zu haben. Der beklagte Arzt wies dies zurück. Er bespreche regelmäßig „die am häufigsten vorkommenden Komplikationen wie Entzündungen, Über- oder Unterkorrektur und Narbenbildung“ mit seinen Patienten.

Die Entscheidung:

Das OLG Koblenz gab dem Patienten Recht. Der Patient sei nicht ordnungsgemäß über die Risiken der Behandlung aufgeklärt worden. Daher sei die Behandlung ohne Einwilligung erfolgt. Der Arzt habe daher dem Patienten die daraus entstandenen Schäden zu ersetzen.

Die Aufklärung durch den Augenarzt reichte dem OLG also nicht. Dabei muss man bedenken, dass die Lasik-Operation medizinisch nicht notwendig ist ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK