Aufruf zur Lynchjustiz bei Facebook und die Folgen

von Liz Collet

„Willst du den Charakter
eines Menschen erkennen,
so gib ihm Macht.“

Abraham Lincoln

Was hat es für Verteidiger, Verteidigungsstrategie und Beschuldigte für Konsequenzen, wenn das Geständnis eines Angeklagten von der Öffentlichkeit und im Besonderen in social media und Foren dazu führt, dass dort ungeniert und in strafrechtlich relevanter Weise hemmungslos zur Lynchjustiz aufgefordert wird?

Das ist nur eine der Fragen und Folgen, die an einem aktuellen Beispiel zeigen, dass sozialen Medien und dem Verhalten von Nutzern dort mehr Beachtung zu widmen ist, ob und inwieweit diese dort in rechtswidriger oder gar strafbarer Weise aktiv sind.

Oft genug wird dann unter Berufung auf ein angeblich nur wahrgenommenes Meinungsfreiheitsrecht rechtlich und strafrechtlich bedenkliches Verhalten zu rechtfertigen gesucht. Oder Äusserungen, die bereits die Grenze zur Anstiftung zu Straftaten erreichen oder überschreiten als blosse Diskussionsbeiträge verharmlost, denen angeblich und natürlich keine (eigenen) realen Taten folgen wollten und sollten.

Selbst wenn man dies als wahr unterstellen würde, verkennt und verharmlost eine solche Verharmlosungsausrede oder -erklärung etwas Entscheidendes: Die Katalysatorwirkung von Äusserungen, die real in einer Menge von Menschen Eigendynamik entfalten und andere, mitlaufende oder sich in der Menge aufputschende Dritte und Gruppen ebenso zu Aktionen initiiert werden und werden können, wie auch in der virtuellen Welt, in der hinter jedem Screen Menschen und eine Menge von Menschen sitzt, die sich aufgerufen und berufen fühlt, Urteile zu fällen und nicht nur online mit Petitionen aufrufen will und könnte, sondern diese auch am liebsten vollstrecken würde. Nur verbal? Die Grenze ist bereits überschritten, wo in einer Menge aufgerufen wird, Straftaten und strafbare Taten zu begehen ...

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