Schweizer Journalisten spionieren im Netz ihre Leser aus

von Martin Steiger

In den Medien ist heute zu lesen, dass Schweizer Politiker «im Netz ihre Wähler ausspionieren» (Tages-Anzeiger) oder «ihre Wähler verkaufen» («Blick»). Gemeint sind Tracking-Dienste wie Google Analytics, die unter anderem dazu dienen, die Nutzung von Websites – normalerweise anonym – aufzuzeichnen und auszuwerten (Web Analytics).

Die Nutzung solcher Tracking-Dienste kann man durchaus kritisieren, denn es stellen sich Fragen bezüglich Datenschutz. Allerdings haben die Kritiker in den Medien zumindest teilweise vergessen, dass sie im sprichwörtlichen Glashaus sitzen, denn auch die Websites von «Blick», Tages-Anzeiger und anderen Medien verwenden zahlreiche Tracking-Dienste. Man hätte demnach genauso Schlagzeilen wie «Schweizer Journalisten spionieren im Netz ihre Wähler aus» oder «Diese Journalistin verkauft ihre Leser» formulieren können.

Tracking-Dienste auf journalistischen Website

Für den oben verlinkten «Blick»-Artikel meldet die einschlägige Software Ghostery das Tracking durch ADTECH, adwebster, cXense, DoubleClick, Facebook Connect, Google Tag Manager, Google+ Platform, NET-Metrix, Nugg.Ad, Teads, Twitter Button und Twyn.

Für den oben verlinkten Tages-Anzeiger-Artikel wird das Tracking durch ADTECH, cXense, Facebook Connect, Facebook Social Plugins, Google Adsense, Google Analytics, NET-Metrix und Twitter Button gemeldet.

Die Ghostery-Konkurrenz «Disconnect» führt für beide Websites verschiedene weitere Dritt-Dienste an, über die allenfalls auch ein Tracking stattfinden kann ...

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