Kein Schadensersatz nach negativer Bewertung (OLG München, Beschluss vom 12.02.2015 - 27 U 3365/14)

von Johnny Chocholaty

Letztes Jahr ging der sog. „Fliegengitter-Fall“ durch die Medien. Der Fall hat es sogar über diverse Nachrichtenmagazine ins TV geschafft. Ein Händler wollte ca. 40.000 Euro Schadenersatz von einem Kunden, der ihm über Amazon eine negative Bewertung gegeben hatte. Wegen dieser negativen Bewertung drohte der Händler dem Kunden. Der Kunde wiederrum beschwerte sich bei Amazon. Amazon sperrte dann das Verkäuferkonto des Händlers. Der Händler wollte daraufhin Schadenersatz vom Kunden. Der Händler scheiterte letztes Jahr mit dieser Klage vor dem Landgericht Augsburg, weil er nicht nachgewiesen hatte, dass die Bewertung des Kunden unwahr war. Gegen die Entscheidung aus Augsburg legte der Händler Berufung ein. Diese Berufung wurde nun vom Oberlandesgericht München durch einstimmigen Beschluss zurückgewiesen, weil sie keine Aussicht auf Erfolg hatte. Das OLG München hat nun den Beschluss veröffentlicht. Wie sich nun nach der Entscheidung des OLG München herausgestellt hat, hatte der Kunde mit seiner Bewertung Recht: Die Montageanleitung war falsch. Auf seine Anfragen hatte der Händler nicht reagiert. Er hat zwar geantwortet, allerdings ist er inhaltlich nicht auf die Fragen des Kunden eingegangen. Da der Händler ursprünglich einmal über 70.000 Euro eingeklagt hat, wird das ganze Verfahren jetzt richtig teuer für ihn: Das Prozesskostenrisiko liegt bei einem Streitwert von 70.000 Euro für beide Instanzen bei insgesamt 23.466,55 Euro. Bildnachweis: Geldscheinrolle mit Kette und Schloss © Joachim Wendler - fotolia com

I. Die Berufung des Klägers gegen das Endurteil des Landgerichts Augsburg vom 30.07.2014, Az.: LG AUGSBURG Aktenzeichen 021O458913 021 O 4589/13, wird durch einstimmigen Beschluss des Senats gemäß § ZPO § 522 Abs ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK