Ein Stresstest, kein Weltuntergang: die Sonnenfinsternis 2015

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Eigent­lich sind es nur ein paar Minu­ten, wäh­rend deren der Schat­ten des Mon­des über die Erd­ku­gel wan­dert. Aber in den Medien warf die Son­nen­fins­ter­nis über Wochen ihre Schat­ten vor­aus (wir berich­te­ten) – und das aus gutem Grund: Was letz­ten Frei­tag gegen 9.30 Uhr begann und bis 12.00 Uhr dau­erte, gab letzt­lich Gewiss­heit dar­über, dass die deut­sche Strom­ver­sor­gung einem sol­chen Son­de­r­er­eig­nis stand­hal­ten kann. Und das, obwohl das Worst-Case-Szenario ein­ge­tre­ten war: Ein unbe­wölk­ter, son­nen­rei­cher Tag in wei­ten Tei­len Deutsch­lands, der dafür prä­des­ti­niert war, das deut­sche Strom­netz einem Här­te­test zu unter­zie­hen. Als 1999 die letzte Son­nen­fins­ter­nis in Deutsch­land zu beob­ach­ten war, waren damals ledig­lich 70 MW Photovoltaik(PV)-Leistung instal­liert. Heute sind es rund 39.000 MW. Da konnte man schon ins Grü­beln kom­men, ob das Aus­blei­ben der Son­nen­strah­len und damit der PV-Einspeisung aus­rei­chend kom­pen­siert wer­den kann.

Doch die Bilanz­kreis­ver­ant­wort­li­chen und Netz­be­trei­ber schei­nen ihre Arbeit gut ver­rich­tet zu haben. Seit Mona­ten wurde der 20.3.2015 als größ­ter Stress­test für die deut­sche Ener­gie­wende ange­kün­digt und somit war genug Zeit sich dar­auf ein­zu­stel­len. Letzt­lich bra­chen ab 9.45 Uhr inner­halb weni­ger Minu­ten zunächst meh­rere Giga­watt Solar­strom weg. Ab 11.00 Uhr drehte sich der Spieß um und die PV-Einspeisung stieg rasant auf ihr Tages­ma­xi­mum von rund 20 GW an. Der Netz­sta­bi­li­tät scheint das alles nichts ange­tan zu haben.

Abb. 1: Ein­spei­sung ggü. Pro­gno­se­e­in­spei­sung (eigene Visua­li­sie­rung von Daten der Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber — öffent­lich zugänglich)

Auch die vier deut­schen Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber hat­ten sich für die Son­nen­fins­ter­nis gut gewapp­net ...

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