BGH: Zum Mitverschulden des Anlageinteressenten im Rahmen der Anlageberatung

von Lea Siering

Der Bundesgerichtshof hat am 19.02.2015 über die Frage des Mitverschuldens eines Anlegers im Rahmen der Anlageberatung entschieden (Az.: III ZR 90/14; die Entscheidung ist hier abrufbar.

Der Kläger beteiligte sich im Jahr 2003 auf Empfehlung seines Anlageberaters an einem sog. geschlossenen Fonds. Nach Scheitern der Anlage nimmt der Kläger den beklagten Anlageberater unter dem Vorwurf fehlerhafter Anlageberatung auf Schadensersatz in Anspruch. Der Kläger macht geltend, dass der Beklagte zu Unrecht behauptet habe, es handele sich um eine „perfekte und absolut sichere“ Anlage für das Anlageziel der Altersvorsorge. In dem Zusammenhang habe er den Kläger insbesondere nicht über das mit der Beteiligung einhergehende Fungibilitätsrisiko sowie über die „weichen Kosten“ von mehr als 15 Prozent sowie nicht ausreichend über die spezifischen Risiken der gezeichneten Anlage wie ein Totalverlustrisiko aufgeklärt. Des Weiteren sei der Prospekt, der ihm i.Ü. nicht übergeben worden sei, widersprüchlich, unvollständig und fehlerhaft.

Die erste Instanz, das Landgericht, wies die Klage ab, woraufhin das Oberlandesgericht der Klage wegen eines Mitverschuldens des Klägers jedoch lediglich zu i.H.v. 50% stattgab. Der BGH hob nun das Berufungsurteil auf und gab der Klage vollumfänglich statt. Insbesondere ist kein Mitverschulden des Klägers anzunehmen ...

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