Sorgerechtsstreit um psychologisch betreuten Scheidungspudel Willy

von Stephan Weinberger

Das Amtsgericht Bad Mergentheim musste 1996 “auf des Pudels Kern kommen”, genauer gesagt, einen Sorgerechtsstreit um einen damals acht Jahre alten Pudel zur Wohle des Pudels selbst und seines Herrchen und Frauchen entscheiden.

Frauchen hatte sich nämlich besagten Pudel nach der Scheidung zu sich genommen. Das fand das Herrchen weniger schön, wollte er doch auf seinen vierbeinigen Freund ungern verzichten und erhob deshalb Klage auf Herausgabe des Hundes, hilfsweise ihm ein Umgangsrecht mit Pudel Willy zuzugestehen.

Nach „gebührendem Austausch schriftlicher Argumente“ wurden die Positionen vor Gericht erläutert. Die Exfrau blieb standhaft und weigerte sich, ihrem Ex-Mann den Hund zu überlassen. Das Tier dürfe sich nicht „in seinen Bezugspersonen hin- und hergerissen vorkommen.“ Das würde auch den Interessen des Hundes am ehesten gerecht werden.

Allein aus juristischen Gesichtspunkten gesehen war das Problem nicht zu lösen. Das Amtsgericht musste klären, wie es den Willen des Scheidungspudels Willy hier zur Zufriedenheit aller berücksichtigen kann. Die Einholung eines tierpsychologischen Gutachten wurde angeordnet ...

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