Darf der Arbeitgeber E-Mails der Angestellten überprüfen?

Immer wieder kann es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen kommen, durch die die Geschäftsleitung sich gezwungen sieht, in die E-Mail-Korrespondenz eines Mitarbeiters Einsicht zu nehmen. Zweifellos bewegt man sich damit auf gefährlichem Terrain, insbesondere, wenn die Privatnutzung des betrieblichen E-Mail-Accounts erlaubt ist. Unter welchen Umständen die Einsichtnahme trotzdem möglich ist, zeigen wir nachfolgend auf.

Privatnutzung des betrieblichen E-Mail-Accounts erlaubt?

Zuerst muss die Frage geklärt werden, ob und inwiefern die private Nutzung von Internet und E-Mail erlaubt ist. Dies sollte schriftlich und im Vorfeld geregelt sein. Entschließt man sich für ein Verbot jeglicher Privatnutzung, ist man auf der sicheren Seite – sofern dieses Verbot auch nachhaltig kontrolliert und bei Nichteinhaltung sanktioniert wird. In den meisten Unternehmen fehlt es an einer Regelung oder jedenfalls an deren konsequenter Durchsetzung. Daher muss ein Weg gefunden werden, im Ernstfall trotzdem rechtskonform die entscheidenden E-Mails einsehen zu können.

Zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses erforderlich?

Grundsätzlich ist jede Verarbeitung personenbezogener Daten verboten – es sei denn, es gibt eine Rechtsgrundlage. Im Falle einer unvorhergesehenen längeren Abwesenheit eines Mitarbeiters kann es zur Aufrechterhaltung eines störungsfreien Geschäftsbetriebs erforderlich sein, bestimmte Informationen aus der E-Mail-Korrespondenz des abwesenden Mitarbeiters zu erlangen. Die Rechtsgrundlage findet sich dann in § 32 Abs. 1 S. 1 BDSG. Der Zugriff auf den E-Mail-Account muss dabei auf das Nötigste begrenzt werden, um den Eingriff so gering wie möglich zu halten. Außerdem müssen die Interessen des Mitarbeiters gegen die des Unternehmens abgewogen werden ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK