Nachwehen der bayrischen Justiz im Todesfall Rudi Rupp

von Mirko Laudon

Heute wird der – ver­mut­lich – letzte Pro­zess im Zu­sam­men­hang mit dem Fehl­ur­teil im To­des­fall Ru­dolf Rupp vor dem Land­ge­richt Lands­hut statt­fin­den. Es ist ein letz­tes Auf­bäu­men der Jus­tiz, die in die­sem Fall auf gan­zer Li­nie ver­sagt hat – schlim­mer als das Ver­sa­gen ist nur noch, dass man sich die­ses nicht ein­ge­ste­hen will. Ein wei­te­rer bay­ri­scher Jus­tiz­skan­dal.

Es klingt un­glaub­lich, was heute Ge­gen­stand des Be­ru­fungs­ver­fah­rens ist: Ein Schrott­händ­ler hatte aus­ge­sagt, ein Ver­neh­mungs­be­am­ter der Kri­mi­nal­po­li­zei In­gol­stadt habe ihm die Dienst­pis­tole an den Kopf ge­hal­ten und da­durch er­zwin­gen wol­len, dass er ein Ver­neh­mungs­pro­to­koll un­ter­schreibt. Dar­auf­hin lan­dete nicht etwa der Po­li­zei­be­amte auf der An­kla­ge­bank, son­dern der Schrott­händ­ler we­gen Falsch­aus­sage. In ers­ter In­stanz wurde der Mann frei­ge­spro­chen, was die Staats­an­walt­schaft In­gol­stadt ver­an­lasste, ge­gen das Ur­teil in Be­ru­fung zu gehen.

Rudi Rupp – ein bay­ri­scher Justizskandal

Der Fall Ru­dolf Rupp ist ein Pa­ra­de­bei­spiel für das Ver­sa­gen von Po­li­zei und Jus­tiz. Im Ok­to­ber 2001 ver­schwand der Land­wirt aus Neuburg-Heinrichsheim spur­los. Die Po­li­zei ging von ei­nem Ver­bre­chen aus und suchte lange er­geb­nis­los nach Tat­ver­däch­ti­gen. Zwei Jahre spä­ter wurde die Fa­mi­lie Rupp fest­ge­nom­men, ebenso der Ver­lobte ei­ner der bei­den Töch­ter von Rudi Rupp. Mut­maß­lich durch die­sen gro­ßen Fahn­dungs­druck ver­an­lasst, kon­stru­ierte die Kri­mi­nal­po­li­zei In­gol­stadt eine aben­teu­er­li­che Ge­schichte: Die Fa­mi­lie soll ge­mein­sam den Land­wirt zu­nächst in sei­nem Haus er­schla­gen, dann die Lei­che zer­stü­ckelt und den vie­len Hun­den auf dem Hof zum Fraß vor­ge­wor­fen ha­ben ...

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