“Machen Sie sich mal frei!” {“Ich bin schliesslich Ihr Arzt……”}

von Liz Collet

Den Klammersatz muss keiner aussprechen.

Patienten sind gewohnt, der Aufforderung auch ohne diesen zu folgen. Eben weil der Arzt ja zur Diagnose, Untersuchung und Behandlung nicht ohne Grund die Aufforderung, sondern üblicherweise im Interesse der Patienten ausspricht.

Aus medizinischen Gründen. Aus medizinisch notwendigen Gründen.

Diese scheinbar harmlosen Worte gewinnen seit einiger Zeit eine fragwürdige Berühmtheit in mehreren Fällen von Ärzten, die eine sehr eigenwillige Interpretation damit verbinden. Vor allem zu Zwecken der Verteidigung, wenn es um die Freiheiten geht, die sie sich herausnehmen. Patientinnen gegenüber. Unter anderem mit heimlichen Foto- und Videoaufnahmen.

Zwei aktuelle Fälle wurden bereits hier berichtet und beschäftigen bzw beschäftigten die Justiz:

  • Verurteilung eines Gynäkologen wegen heimlicher Foto- und Videoaufnahmen von Patientinnen (Zur Entscheidung des BGH)
  • Landgericht Bamberg : Prozessauftakt am 7. April 2015 gegen den ehemaligen Bamberger Chefarzt

Ein weiterer ist Gegenstand der Anklage, welche die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Dienstag am Landgericht erhoben hat. Demnach soll ein Arzt dort Frauen in möglicherweise mehreren Hundert Fällen bei der Untersuchung heimlich gefilmt haben. Entsprechende Aufnahmen hatte die Polizei Anfang 2014 auf dem Computer des Arztes gefunden. Die Videoaufnahmen soll er zwischen 2009 und 2013 mit einer Minikamera gemacht haben, die in einem Kugelschreiber in seiner Kitteltasche versteckt war ...

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