Kollateralopfer: Die Tötung von Unschuldigen als rechtliches und moralisches Problem

Im Jahr 1999 wurde “Kollateralschaden” zum Unwort des Jahres gekürt. Der Begriff wurde damals durch die NATO-Berichterstattung während der militärischen Operation im Kosovo verwendet. Das Wort sollte vom tragischen Inhalt ablenken: Den Tod von unbeteiligten Zivilisten. Der Begriff soll die öffentliche Wahrnehmung positiv beeinflussen. Der Begriff ist aber nicht ganz korrekt, sofern er beschreiben soll, dass Menschen verletzt oder gar getötet wurden.

Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob eine völkerrechlich erlaubte indirekte Tötung von beteiligten sich moralisch rechtfertigen lasse. Es ist in vier Abschnitte geteilt. Im ersten Abschnitt wird die militärische Praxis geschildert. Das Buch versucht die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten: Aus der Sicht der handelnden Soldaten und aus der Beobachter Perspektive der (Nicht-)Regierungsorganisationen. Dabei wird auch ein Schwerpunkt auf die Arbeit und die Bewertung des Untersuchungsausschusses im Verteidigungsausschuss zu dem von Oberst i.G. Georg Klein angeordneten Luftangriff auf zwei Tanklastwagen gelegt.

Im zweiten Teil gehen die Autoren auf die (völker)rechtlichen Regelung bezüglich der direkten und indirekten Tötung von Unbeteiligten durch militärische Gewaltanwendung. Hierbei gelangen die Autoren zu dem Ergebnis, dass das Verhältnis der Menschenrechte zum Humanitären Völkerrecht einer weiteren Klärung bedarf ...

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