Abstandsverstoß, wenn auch der Hintermann zu dicht auffährt?

Quelle: Nicolas17, Wikimedia Commons

In diesem Verfahren wegen Abstandsunterschreitung behauptete der Betroffene, dass er im Kolonnenverkehr auf der Autobahn nicht habe abbremsen können, weil das ihm nachfolgende Fahrzeug selbst zu dicht aufgefahren sei und die Gefahr eines Auffahrunfalls bestanden habe. Das OLG Bamberg meint, dass eine Rechtfertigung des Abstandsverstoßes gemäß § 16 OWiG ausscheide, wenn weder ein Spurwechsel noch ein Abbremsen des vorausfahrenden Fahrzeugs vorliegen und zudem die Möglichkeit besteht, auf den mittleren Fahrstreifen auszuweichen (OLG Bamberg, Beschluss vom 25.02.2015, Az. 3 Ss OWi 160/15):

Soweit die Rechtsbeschwerde beanstandet, die Urteilsgründe seien lückenhaft, weil nicht näher belegt werde, weshalb - im Hinblick auf das hinter dem Betroffenen fahrende Fahrzeug - ein Abbremsen durch den Betroffenen nicht mehr gefahrlos möglich gewesen sei, ist dies für die Entscheidung ohne Bedeutung. Erkennbar soll der Vortrag, der freilich nicht näher spezifiziert ist, darauf gerichtet sein, die Unterschreitung des Mindestabstands zum Vordermann durch den Betroffenen sei wegen Notstands gemäß § 16 OWiG gerechtfertigt. Dies wäre aber selbst dann nicht der Fall, wenn im Zeitpunkt der Abstandsmessung bei einer Reduzierung der Geschwindigkeit des Betroffenen die Gefahr eines Auffahrunfalles im Hinblick auf den nachfolgenden Pkw bestanden hätte ...

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