Verurteilung eines Gynäkologen wegen heimlicher Foto- und Videoaufnahmen von Patientinnen

von Liz Collet

Am Landgericht Bamberg steht in Kürze am 7. April 2015 der Prozessbeginn gegen ehemaligen Bamberger Chefarzt bevor, dem die Staatsanwaltschaft Bamberg Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, gefährliche Körperverletzung sowie eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vorwirft.

Der ehemalige Chefarzt soll die Frauen unter dem Vorwand einer ärztlichen Behandlung mit einem Hypnotikum willenlos gemacht haben. Dies und den anschließenden Missbrauch filmte und fotografierte er. Die Anklage stützt sich demnach nicht nur auf 68 Zeugenaussagen, sondern auch auf Foto- und Videomaterial, die den Missbrauch zeigen. Der Verteidiger hat (wie bereits vorab berichtet) das Handeln des Angeklagten mit medizinisch notwendigen Maßnahmen zu erklären versucht, diese Verteidigungslinie scheint weiterhin aufrechterhalten zu werden.

Kurz vor diesem anstehenden Prozessbeginn wurde in einem anderen Fall die Revision eines Frauenarztes, den das Landgericht Frankenthal (Pfalz) u.a. wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen in 1.467 Fällen sowie wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt hatte, vom Bundesgerichtshof verworfen.

Dem Arzt war zudem vom LG Frankenthal ein Berufsverbot hinsichtlich gynäkologischer Behandlungen für die Dauer von vier Jahren auferlegt ...

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