Azubis sind angemessen zu entlohnen

von Thorsten Blaufelder

Werden Ausbildungsplätze mit öffentlichen Geldern gefördert, steht den Auszubildenden eine monatliche Vergütung in Höhe von mindestens zwei Dritteln des Bafög-Satzes für Schüler zu. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt am Dienstag, 17.03.2015, im Fall einer angehenden Einzelhandelsverkäuferin entschieden (AZ: 9 AZR 732/13).

Nach dem Berufsbildungsgesetz muss einem Auszubildenden eine „angemessene Vergütung“ gewährt werden. Orientiert sich die Ausbildungsvergütung an einschlägigen Tarifverträgen, gilt diese laut BAG stets als angemessen. Nicht tarifgebundene Unternehmen müssen mindestens 80 Prozent der tariflichen Ausbildungsvergütung zahlen.

Im jetzt entschiedenen Fall hatte die Klägerin eine Ausbildung zur Einzelhandelsverkäuferin bei einem thüringischen überörtlichen Ausbildungsverbund begonnen. Der Ausbildungsplatz wurde hier allerdings mit öffentlichen Mitteln zu 100 Prozent gefördert. Ziel ist es, jungen Leuten, die nach der Schule keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, doch noch eine Lehrstelle anbieten zu können. Die Ausbildung selbst findet bei „Praxispartnern“, sprich in Privatbetrieben statt.

Die Klägerin war jedoch – trotz der Besonderheiten bei öffentlich geförderten Ausbildungsplätzen – mit der Höhe ihres Ausbildungslohns nicht zufrieden. Sie erhalte entsprechend der Förderrichtlinien im ersten Ausbildungsjahr lediglich monatlich 210,0o € und im zweiten Ausbildungsjahr monatlich 217,00 € ...

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