Kundenfang | Flyer verteilen | unzulässige Wettbewerbshandlungen

von Rechtsanwältin Gloria M. Reich

Wie in unserem YouTube-Video zum "Abwerben von Kunden" bereits erwähnt, möchten wir uns in diesem Artikel mit dem "Abfangen" von Kunden beschäftigen.

Das Abwerben und Abfangen von Kunden ist nicht per se wettbewerbswidrig - so der Gesetzgeber. Dem Wettbewerb sei es nun einmal immanent, dass Unternehmen um Kunden werben. Der Kundenstamm eines Unternehmens ist zwar häufig dessen kostbarstes Gut, aber leider gibt es kein festgeschriebenes Recht auf Bestandsschutz, sprich Kundenschutz.

Das ist für viele Unternehmer zunächst sicherlich eine überraschende Erkenntnis, denn das Bauchgefühl würde einem wohl eher sagen: Es kann nicht o.k. sein, den Kundenstamm eines Kooperationspartner anzutelefonieren, oder nach einer beendigten Freelancertätigkeit die Kunden des Auftraggebers anzumailen. Oder?

Das Wettbewerbsrecht ist an dieser Stelle jedoch sehr großzügig: Hat ein Unternehmen keinen hinreichenden Kundenschutz vertraglich vereinbart z.B. mit seinen Freelancern oder Kooperationspartnern, so hat der Mitbewerber kein Recht auf die Erhaltung seines Kundenstammes.

Aber - ganz schutzlos steht der Kundenstamm dann doch nicht dar.

Wettbewerbsrechtlich relevant wird das Verhalten eines Mitbewerbers nämlich dann, wenn es "unlauter" wird, § 4 UWG. Die gezielte Behinderung anderer Wettbewerber etwa ist unlauter, vgl. § 4 Nr. 10 UWG.

Ein gezieltes Behindern liegt etwa immer dann vor, wenn es dem Wettbewerber nicht mehr um die Kundengewinnung selbst, sondern erstrangig um die Störung des anderen geht.

Wann liegt solch ein gezieltes Stören nun beim Abfangen von Kunden vor?

Der Werbende drängt sich regelrecht "zwischen" den Kunden und den Mitbewerber, der potentielle Kunde soll am Erwerb einer Ware oder Dienstleistung konkret gehindert werden; ihm wird ein geänderter Kaufentschluss aufgezwängt.

Beispiele zum Kundenfang:

Tippfehler-Domains: "wetteronline ...Zum vollständigen Artikel

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