Bank Coop: Bankgeheimnisverletzung ohne Strafbarkeit

von Martin Steiger

Anfang Januar 2014 erhielten mehrere 10’000 Kundinnen und Kunden der Bank Coop die vertraulichen Kontoauszüge und andere Bankunterlagen von anderen Bank Coop-Kunden. Die Bankunterlagen aus dem Fehlversand erlaubten einen umfassenden Einblick in das Privatleben und enthielten teilweise intime Einzelheiten. Laut Bank Coop geht diese beispiellose Verletzung der finanziellen Privatsphäre auf eine «Verkettung ungünstiger Umstände und ungenügende Kontrollen» zurück (PDF).

Fahrlässige Bankgeheimnisverletzung?

Mehrere Kundinnen und Kunden der Bank Coop erhoben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt. In der Folge prüfte diese, ob der Straftatbestand von Art. 47 Abs. 2 BankG – fahrlässige Verletzung des Bankkundengeheimnisses – erfüllt sei.

Etwas mehr als ein Jahr später gelangte die zuständige Staatsanwältin nun zum überraschenden Ergebnis, dass dieser «Straftatbestand eindeutig nicht erfüllt» sei. Sie erliess deshalb eine Nichtanhandnahmeverfügung, das heisst, es wird keine Strafuntersuchung gegen Bank Coop eröffnet.

«Fehlende Kontrollen» und «organisatorische Probleme»

Im polizeilichen Ermittlungsverfahren wurden «fehlende Kontrollen» und «verschiedene organisatorische Probleme» aufgedeckt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK