FCB-Dauerkarte gekündigt – AG München sagt: “Geh doch zu Sechzig!”

von Daniel Nowack

Der bequemste Weg, das Jahr mit seinem geliebten Fußballverein gemeinsam zu verbringen, ist die Dauerkarte. Sie ist meist etwas günstiger als die ganzen Einzeltickets und man hat seinen Platz sicher. Bei besonders beliebten Vereinen ist es sehr schwer, an eine Dauerkarte zu kommen. In England beispielsweise warten Fans teilweise Jahrzehnte darauf, endlich in den Genuss einer Dauerkarte (nebst Vorkaufsrecht für die nächste Saison) zu kommen. Doch verleiht eine solche Dauerkarte nur Rechte oder ist man auch gezwungen, zu den Spielen zu gehen?

Der FC Bayern, welcher zu den Vereinen gehören durfte, bei denen es nicht so einfach ist, an eine Dauerkarte zu kommen, scheint eine rigorose Politik zu betreiben. So landete folgender Fall beim Münchener Amtsgericht:

“Der Kläger ist seit 1.7.94 Mitglied eines großen Münchner Fußballvereins und seitdem auch Inhaber einer Dauerkarte für Heimspiele des Vereins. Am 12.5.14 kündigte der Verein das Jahreskarten-Abo. Der Kläger besuchte als treuer Anhänger nahezu sämtliche Heimspiele in der Bundesliga sowie im DFB Pokal und der Champions League. In der Saison 2013/2014 baute der Kläger für sich und seine Familie ein Haus und konnte aus diesem Grund 10 Bundesligaspiele nicht besuchen. Er gab bei diesen Spielen jedoch anderen Fans die Möglichkeit, über die Ticketbörse seine Karte zu erwerben und erhielt hierfür den jeweils anteilig bezahlten Jahreskartenpreis von 8,24 Euro zurückerstattet. Ohne jede Vorwarnung kündigte der Verein das Jahreskarten-Abo.”

Rumms! Südkurve ade! Das verstand der Kläger nun überhaupt nicht und wehrte sich gegen den Rauswurf aus der Allianz-Arena.

“Der Kläger sieht in der Kündigung eine unzulässige Maßregelung dafür, dass er berechtigter Weise und mit gutem Grund an zehn Spielen nicht teilnehmen konnte. Er erhebt Klage gegen den Verein vor dem Amtsgericht München auf Erteilung einer Jahreskarte für die Heimspiele in der Bundesliga-Saison 2014/2015 ...

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