Zur Blurred Lines- Entscheidung USA | Urheberrechtsschutz bei musikalischen Werken und Melodien | Inspiration oder Kopie?

von Rechtsanwältin Gloria M. Reich

Auch wenn es schon wieder zwei Jahre her ist, jeder kennt ihn wohl noch, den Ohrwurm schlechthin aus dem Jahre 2013: „Blurred Lines“ von Robin Thicke und Pharell Williams.

Dass dieser Titel gar nicht so neu ist, das entschied nunmehr am 10. März 2015 eine Jury in Los Angeles (Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika). Konkret wurde Robin Thicke und Pharell Williams vorgeworfen mit „Blurred Lines“, den bereits aus dem Jahre 1977 stammenden Song „Got to Give It Up“ von Marvin Gaye kopiert zu haben. Geklagt hatten Gayes Erben, denen letztlich 7,4 Millionen US-Dollar (circa 6,9 Millionen Euro) Schadensersatz wegen Urheberrechtsverletzung zugesprochen wurden.

Aufgrund einer Analyse beider Titel durch einen Musikwissenschaftler, der neben Bass, dem Keyboard-Zwischenspiel und dem Refrain noch fünf weitere Ähnlichkeiten ausfindig machen konnte, befand die Jury in Los Angeles, dass dies zu viele Gemeinsamkeiten seien und bejahte einen Verstoß gegen das Urheberrecht.

Ähnlich wie das US-amerikanischen Copyright Law, zielt auch das deutsche Urheberrecht darauf ab, alle Werke, die das Ergebnis persönlichen geistigen Schaffens sind, vor unberechtigten Verwertungen und Vervielfältigungen zu schützen. Zu den zu schützenden Werken zählen nach § 2 I Nr. 2 UrhG ebenfalls Werke der Musik, so dass individuelle Tonfolgen, Melodien und Kompositionen, sofern sie denn auf einer menschlich-gestalterischen Tätigkeit des Urhebers beruhen, Urheberrechtsschutz genießen.

Im Fall von Williams und Thicke verteidigten die Musiker ihren Song. Vor Gericht sagten sie aus, sie haben sich von „Got to Give It Up“ inspirieren lassen und wollten so mit „Blurred Lines“ lediglich das Gefühl der späten Siebzigerjahre vermitteln ...

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