Wenn mit Hilfe des Brücken-Abstandsmessverfahrens eine Abstandsunterschreitung festgestellt wurde.

von Bernd Rösch

Der gegen die Vorwerfbarkeit einer auf einer Autobahn festgestellten Unterschreitung des nach § 4 Abs. 1 Satz 1 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) gebotenen Sicherheitsabstands vorgebrachte Einwand,

  • die Abstandsunterschreitung sei durch das gefahrvolle Auffahren des Führers des nachfolgenden Fahrzeugs verursacht worden,

ist regelmäßig unbeachtlich, wenn auf der sog. Beobachtungsstrecke von ca. 300 m

  • ein plötzliches Abbremsen oder
  • ein unerwarteter Spurwechsel

des vorausfahrenden Fahrzeugführers auszuschließen ist.

Darauf hat der 3. Senat für Bußgeldsachen des Oberlandesgerichts (OLG) Bamberg mit Beschluss vom 25.02.2015 – 3 Ss OWi 160/15 – hingewiesen.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall waren gegen den Betroffenen wegen fahrlässiger Nichteinhaltung des Mindestabstandes zu einem vorausfahrenden Fahrzeug (§§ 4 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. 49 Abs. 1 Nr. 4 StVO) eine Geldbuße und ein Fahrverbot für die Dauer von einem Monat verhängt worden, weil der Betroffene nach den Feststellungen des Amtsgerichts (AG) aufgrund Inaugenscheinnahme des Tatvideos,

  • als Führer eines Pkws auf der Autobahn, auf der linken von drei Fahrspuren, bei einer Geschwindigkeit von 116 km/h zum vorausfahrenden Fahrzeug einen Abstand von nur 16,43 m und damit von weniger als 3/10 des halben Tachowertes eingehalten hatte,
  • wobei der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug auf einer Strecke von etwa 300 m vor der Messstrecke in etwa gleich geblieben und es weder zu einer Verkürzung des Abstands durch ein Abbremsen des Vordermannes noch zu einem Ein- oder Ausscheren der beteiligten Fahrzeuge gekommen war.

Die Rechtsbeschwerde gegen dieses Urteil, mit der der Betroffene u.a ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK