Praxisbeispiel: vorzeitige Restschuldbefreiung

Die vorzeitige Restschuldbefreiung ist eine elegante Lösung, wenn die Gläubiger einer außergerichtlichen Einigung nicht zugänglich sind, aber die Voraussetzungen einer Zustimmungsersetzung im gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren nicht vorliegen. Letztlich handelt es sich um einen Vergleich mit den Gläubigern nach dem Schlusstermin. Die Gläubiger erhalten in der Regel eine Einmalzahlung und der Schuldner die Zustimmung zur vorzeitigen Restschuldbefreiung.

Summe der Schulden: 43.751,61 EUR Beendigung durch vorzeitige Restschuldbefreiung Anzahl der Gläubiger: 6 Eröffnung des Verfahrens: 18.10.2013 Abschluss des Verfahrens: 09.03.2015 Kosten des Treuhänders: 821,10 EUR Anwaltskosten: 1.506,00 EUR

Herr F. kam zu uns, nachdem eine Gehaltsabtretung beim Arbeitgeber offengelegt wurde. Zunächst sollte eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern versucht werden. Bei sechs Gläubigern und einem Gesamtbetrag von 43.751.61 EUR und einem sehr guten Nettoeinkommen waren die Voraussetzungen für einen Gläubigervergleich zunächst günstig.

Gehaltsabtretung verhindert Vergleich

Letztlich scheiterte die Eingigung jedoch daran, dass der pfändende Gläubiger aufgrund seiner Rechtsposition bevorzugt werden wollte und dies für die übrigen Gläubiger nicht akzeptabel war.

Vor der Reform zum 01.07.2014 waren die Gläubiger mit einer laufenden Gehaltsabtretung in der Privationsolvenz priviligiert und erhielten noch 24 Monate lang 100% des pfändbaren Einkommens. Diese Regelung hat regelmäßig dazu geführt, dass eine außergerichtliche Einigung von den Gläubigern abgeleht wurde. Seit der Reform ist das “Abtretungsprivileg” weggefallen. Die außergerichtliche Einigung wird hierdurch erleichtert.

Schliesslich stellt Herr F. mit unserer Hilfe im Oktober 2013 Antrag auf Verbraucherinsolvenz und beantragte Stundung der Verfahrenskosten ...

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