Liebe Kolleginnen und Kollegen

von Mirko Laudon

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich selten Persönliches preisgebe. Nicht umsonst habe ich aber eine sehr direkte Anrede in der Überschrift gewählt, denn ich möchte diesen 700. Eintrag (in Worten: siebenhundert) in der Strafakte für eine Mitteilung in eigener Sache nutzen. Heute, am 11. März 2015 wurde ich vor der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Hamburg vereidigt und dadurch als Rechtsanwalt zugelassen.

Das ist – viele werden sich sicherlich erinnern – nach der langen Zeit der Ausbildung ein ziemlich erhebendes Gefühl. Obwohl ich in der letzten knapp zwei Jahren nie das Gefühl hatte, von den Kolleginnen und Kollegen hier nicht als ihresgleichen angesehen worden zu sein, freue ich mich darauf, mich endlich auch praktisch der Strafverteidigung widmen und natürlich vor Gericht als Verteidiger auftreten zu können.

Wie geht es weiter?

Ich habe sorgfältig überlegt, welchen Weg ich nach dem Zweiten Examen einschlagen soll: Sollte ich mich für den Staatsdienst entscheiden, zurück in den Journalismus wechseln, mich um eine Anstellung als Rechtsanwalt bewerben oder nun gleich eine eigene Kanzlei gründen? Eine Arbeit als Staatsanwalt schied für mich relativ schnell aus, da ich überhaupt nicht der Typ für hierarchische Strukturen bin – ich habe bislang stets selbstständig gearbeitet (mit Ausnahme des Referendariats). Deshalb ist auch eine „Großkanzlei“ nichts für mich, in der man viel Papier, aber selten einen Mandanten sehen wird. Mein praktischer Ausbilder ermutigte mich, mich doch gleich als Rechtsanwalt niederzulassen und mich auf die Strafverteidigung zu spezialisieren.

Hört (und liest) man allerdings so häufig von einer Anwaltsschwemme und der schwierigen Einkommenssituation der freiberuflichen Rechtsanwälte, macht man sich die Entscheidung nicht leicht ...

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