Die vertragliche Aufklärungspflicht der Tierärzte

Tierärzte haben gegenüber den Eigentümern des behandelten Tieres eine vertragliche Aufklärungspflicht. Bei besonders risikoreichen Behandlungen eines Tieres und finanziellen Interessen des Eigentümers müssen Tierärzte den Eigentümer über Risiken einer tierärztlichen Behandlung und über evtl. Behandlungsalternativen aufklären.

In einem jetzt vom Oberlandesgericht Hamm entschiedenen Fall war das klagende Ehepaar aus Dänemark Eigentümer eines im Jahr 1999 geborenen Dressurpferdes, das die Eheleute im Jahre 2006 für ca. 300.000 € erworben hatten. Im Mai 2008 fiel das Pferd auf einem Turnier in den Niederlanden durch fehlende Elastizität und fehlenden Schwung auf. Die Kläger stellten es daraufhin dem beklagten Tierarzt aus Bochum vor. Der Tierarzt stellte nach einer Röntgenuntersuchung die Verdachtsdiagnose der Ataxie und empfahl eine chiropraktische Maßnahme. Dieser stimmten die Kläger im Rahmen eines Telefonats zu. Zur chiropraktischen Behandlung wurde das Pferd in der Praxis des beklagten Tierarztes in Kurznarkose gelegt. Nach der Behandlung konnte das Pferd nicht mehr selbstständig aufstehen und verstarb einen Tag später.

Mit der Begründung, das Pferd sei vom Tierarzt unzureichend untersucht und falsch behandelt worden sowie unter Hinweis auf eine nach ihrer Darstellung unzureichende Aufklärung über Risiken und Behandlungsalternativen, haben die Kläger vom Beklagten Schadensersatz für den Verlust des Tieres in Höhe von ca. 500.000 € verlangt. Und wie zuvor bereits erstinstanzlich vor dem Landgericht Bochum gab nun auch das Oberlandesgericht Hamm den Klägern Recht und bejahte die Schadensersatzpflicht des Tierarztes dem Grunde nach:

Der Tierarzt hafte, so das Oberlandesgericht Hamm, aufgrund eines Aufklärungsfehlers ...

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