Zu Gast: Interview mit Herrn Prof. Dr. Kähler

von edicted. Team

Herr Prof. Dr. Lorenz Kähler wurde 2010 habilitiert und hat 2011 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Bremen übernommen. Zuvor war er nebenberuflich in einer Kanzlei tätig. Nachfolgend unterhalten wir uns über die Einflüsse der juristischen Ausbildung auf die Entwicklungen des Anwaltsmarktes.

Interview

Herr Prof. Kähler, 2015 wird es erstmals über 165.000 zugelassene Rechtsanwälte in Deutschland geben. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es noch rund 103.000. Anwälte geraten somit zwangsläufig unter einen Wettbewerbsdruck. Führt dies zu einer Verbesserung oder Verschlechterung der Qualität von Rechtsdienstleistungen?

LK: Verlässliche empirische Untersuchungen dazu sind mir nicht bekannt und sind auch schwer durchführbar. Daher kann ich nur aufgrund eigener Beobachtung Vermutungen anstellen. Die gestiegene Zahl an Anwälten dürfte neben anderen Faktoren wie dem Wegfall der Singularzulassung bei jeweils einem OLG und der Digitalisierung zu einer größeren Vielfalt der Kanzleien geführt haben. Auf der einen Seite gibt es in zunehmendem Maße spezialisierte Anwälte, die in ihrem Gebiet qualitativ hochwertige Beratung anbieten. Auf der anderen Seite muss eine Reihe von Anwälten mangels einer genügend hohen Nachfrage jegliches Mandat annehmen. Darunter leidet dann auch die Qualität der Dienstleistung, weil man nur begrenzt das aus anderen Mandaten gewonnene Vorwissen nutzen kann. Hinzu kommt, dass die umsatzschwachen Kanzleien bisweilen noch nicht einmal die Kosten aufbringen können, um sich den für eine zuverlässige Beratung erforderlichen Zugang zu den elektronischen Datenbanken sowie die juristische Literatur leisten zu können.

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