Juristische Supercomputer

von Ralf Zosel

Künstliche Intelligenz könnte die juristische Arbeit revolutionieren. Womöglich können sich Computer bald Gesetzestexte, Entscheidungen und ganze juristische Bibliotheken einverleiben, die Texte analysieren und vollautomatisch korrekte Antworten auf konkrete juristische Fragen geben. Selbstlernende Systeme können “trainiert” werden und sich ständig weiterentwickeln.

Klingt nach Science-Fiction? Könnte aber schneller kommen, als viele denken.

Der von IBM entwickelte Supercomputer “Watson” wurde berühmt, als er 2011 gegen menschliche Herausforderer die amerikanische Quizshow Jeopardy gewann. Das System wurde seitdem weiterenwickelt und erzielt offenbar bei der Krebs-Diagnose schon erstaunliche Erfolge.

Jura-Watson

Mit “Ross” gibt es inzwischen eine juristische Anwendungen für “Watson” aus Toronto. Hier werden noch keine Fälle gelöst, sondern relevante Dokumente für juristische Fragen recherchiert (Demo bei YouTube). Ähnlich arbeitet “Frag Kelsen”, der Online-Dienst eines Berliner Startups.

Das Thema ist heiß

Auf das Thema war ich in den letzten Wochen aus verschiedenen Richtungen gestoßen. Sehr empfehlen kann ich als Einstieg den Zeit-Artikel “Die Cogs kommen” von Max Rauner und Thorsen Schröder. Zum Aspekt des maschinellen Lernens von Watson vgl. diese Heise-Meldung. Über Ross berichtet t3n.

Diskussionsrunde beim LawCamp

Beim LawCamp in Frankfurt brachte ich das Thema “Juristische Supercomputer” ins Programm. Zu meiner großen Freude ließ sich der Kollege Alexander Eichler spontan überreden, als Co-Referent mitzumachen. Der war mir schon durch visionäre und unterhaltsame Vorträge aufgefallen: Vor ein paar Jahren z. B ...

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