Arztstrafrecht in der Praxis

von Mirko Laudon

Das Arzt­straf­recht hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so wie wohl kein zwei­tes Ge­biet im ma­te­ri­el­len Straf­recht an Be­deu­tung ge­won­nen. Zwar lie­gen dazu keine Sta­tis­ti­ken vor, aber den­noch scheint es, als zähle der Arzt­be­ruf nun­mehr zu ge­fahr­ge­neig­ten Tä­tig­kei­ten, was am bes­ten durch eine „Ver­recht­li­chung der Me­di­zin“ im Hin­blick auf ein „Dik­tat ju­ris­ti­scher Zwänge“ und eine Kri­mi­na­li­sie­rung ih­rer Tä­tig­keit zu er­klä­ren ist. Die Pa­ti­en­ten grei­fen frü­her und häu­fi­ger zur „Keule des Straf­rechts“ – si­cher auch eine Folge der Stei­ge­rung der Ein­griffe, wenn etwa wie am Fließ­band künst­li­che Hüft­ge­lenke ein­ge­setzt wer­den. Es stellt sich dann nicht nur die Haf­tungs­frage, son­dern man greift auch zu den Mit­teln des Strafrechts.

Zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten fahr­läs­si­gen ärzt­li­chen Handelns

Der Band aus der Reihe „Pra­xis der Straf­ver­tei­di­gung“ stellt die Man­dats­be­ar­bei­tung in den ein­zel­nen Ver­fah­rens­ab­schnit­ten dar, an­ge­rei­chert durch viele Hin­wei­sen zur Ver­tei­di­ger­stra­te­gie und zu den Be­son­der­hei­ten bei Straf­ver­fah­ren ge­gen Ärzte (Ka­pi­tel 2). Den deut­lich grö­ße­ren Um­fang im Buch nimmt al­ler­dings das ma­te­ri­elle Arzt­straf­recht im ers­ten Ka­pi­tel ein, das ei­nen be­ein­dru­cken­den Bo­gen schlägt von der fahr­läs­si­gen Tö­tung und fahr­läs­si­gen Kör­per­ver­let­zung durch Be­hand­lungs­feh­ler, Auf­klä­rungs­feh­ler oder durch Or­ga­ni­sa­ti­ons­feh­ler über The­men wie Ster­be­hilfe, un­ter­las­sene Hil­fe­leis­tung, ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht so­wie Aus­stel­len un­rich­ti­ger Ge­sund­heits­zeug­nisse hin zu De­lik­ten mit ver­mö­gens­recht­li­chem Ein­schlag wie Ab­rech­nungs­be­trug und In­dus­triespon­so­ring im Span­nungs­feld zur Vor­teils­nahme und Bestechlichkeit ...

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