Dünndarmverschluss zu spät erkannt und behandelt.

von Nino Herding

Weil bei ihr ein Dünndarmverschluss zu spät erkannt und behandelt wurde und ihre Gesundheit aufgrund dieses groben Behandlungsfehlers dauerhaft erheblich beeinträchtigt ist, erhält eine Patientin vom Krankenhaus und vom verantwortlichen Arzt 90.000 Euro Schmerzensgeld.

Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm mit Urteil vom 21.11.2014 – 26 U 80/13 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall

  • hatte sich die Klägerin Mitte Dezember wegen plötzlich aufgetretener Übelkeit in die stationäre Behandlung des beklagten Krankenhauses begeben und
  • musste dort Ende des Jahres, nachdem sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert hatte, notfallmäßig operiert werden,
  • wobei ein ausgeprägter Verschluss des Dünndarms festgestellt worden war, der bereits zum teilweisen Absterben eines Darmteils und zu einer Perforation des Darms geführt hatte.

Die Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen Krankenhaus und behandelnden Arzt, die die Klägerin damit begründete, dass

  • der Darmverschluss bei ihr zu spät erkannt und behandelt worden sei,
  • sie deswegen heute u.a. an einem Kurzdarmsyndrom, einer Osteoporose mit Wirbelbrüchen sowie einer reaktiven Depression leide,
  • sie arbeitsunfähig sei und über 10 kg an Körpergewicht sowie mehrere cm an Körpergröße verloren habe,

hatte weitgehend Erfolg.

Der 26. Zivilsenat des OLG Hamm sprach der Klägerin, nach der Anhörung eines medizinischen Sachverständigen, u. a. 90.000 Euro Schmerzensgeld zu.

Denn vor der Notoperation seien, wie der Senat ausführte, notwendige diagnostische und therapeutische Maßnahmen grob fehlerhaft unterlassen worden ...

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