Sachverständigenkosten sind nicht unbegrenzt erstattungsfähig.

von Ingo Julian Rösch

Tritt ein Unfallgeschädigter bei der Beauftragung eines Sachverständigen

  • an diesen seine Ansprüche gegenüber der Haftpflichtversicherung und dem Unfallverursacher ab,

erwirbt der Sachverständige die Forderungen nur,

  • soweit sie berechtigt sind.

Er kann also nicht ein unrechtmäßig überhöhtes Honorar verlangen.

Der Sachverständige darf das übliche Honorar allenfalls bestehend aus

  • Grundhonorar und
  • Nebenkosten.

Angemessene Nebenkosten sind solche, wie sie auch ein Gerichtsgutachter nach dem Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) berechnen kann.

Dementsprechend hat das Amtsgericht (AG) München mit Urteil vom 22.08.2014 – 34 C 3510/14 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall war es zu einem Unfall gekommen, an dem

  • das Fahrzeug des Geschädigten, ein Porsche 911 Turbo, sowie ein Pkw VW Sharan, der bei der beklagten Versicherung versichert ist, beteiligt waren und
  • der Fahrer des PKW Sharan die alleinige Schuld an dem Unfall trug, da er dem Porschefahrer die Vorfahrt genommen hatte.

Vom Geschädigten war darauf hin

  • ein Kraftfahrzeugsachverständigenbüro mit der Erstellung eines Gutachtens zum Unfallwagen beauftragt sowie
  • bereits bei Erteilung des Auftrags an den Sachverständigen seine Schadensersatzansprüche gegen den Fahrer des Sharan und dessen Haftpflichtversicherung an eine Verrechnungsstelle für KFZ-Sachverständige abgetreten und
  • die Haftpflichtversicherung des VW Sharan angewiesen worden, die Rechnung des Sachverständigen direkt an die Verrechnungsstelle zu bezahlen ...
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