Erbschaftsteuer: FG Münster zur Bewertung eines Wertpapierdepots

von Alexander Knauss

Erbschaftsteuer: FG Münster zur Bewertung eines Wertpapierdepots FG Münster, Urteil vom 15.1.2015 - 3 K 1997/14 Erb

Immer wieder kommt es im Erbfall zu Problemen rund um die Besteuerung von Wertpapierdepots. Eine für die Inhaber von börsennotierten Fondsanteilen, vor allem für die Anteilsinhaber offener Immobilienfonds, relevante Problematik hat nun das Finanzgericht Münster entschieden – leider zum Nachteil der Anleger.

Der Sachverhalt:

Der Kläger war von der Erblasserin in ihrem notariellen Testament als Erbe zu 40 % eingesetzt worden. Die Erblasserin hatte Testamentsvollstreckung angeordnet. Zum Nachlass gehörte u.a. ein Wertpapierdepot bei einer Bank, in dem sich u.a. Investmentfonds-Anteile befanden.

Der Testamentsvollstrecker fügte der Erbschaftsteuererklärung eine Wertpapierübersicht der Bank vom 16.2.2013 bei, in welcher der jeweilige Rücknahmepreis der Anlagegesellschaft vom 15.2.2013 beziffert war. Das Finanzamt übernahm diese Werte im Rahmen der Erbschaftsteuer.

Hiergegen wandte sich der Kläger mit der Begründung, der für das Wertpapierdepot angesetzte Kurswert sei überhöht. Die Rücknahme der Anteile war nämlich von der Anlagegesellschaft ausgesetzt worden, so dass die Anteile nur über die Börse verkäuflich waren. An der Börse waren die Tagesschlusskurse aber wegen "Panikabschlägen" deutlich geringer als der Rücknahmepreis gewesen.

Die Bank hatte gegenüber dem Finanzamt auf Nachfrage mitgeteilt, die Börsenkurse seien nur eine Momentaufnahme. Im Laufe der Auflösung des Fonds sei durchaus der Rücknahmepreis zu erreichen.

Der Kläger begehrte eine Herabsetzung der Erbschaftsteuer unter Berücksichtigung des Tagesschlusskurses der Anteile am 15.2.2013.

Die Entscheidung des Gerichts:

Das Finanzgericht Münster wies die Klage ab. Die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) wurde allerdings zugelassen.

Nach § 11 Abs ...

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