Auch Tierärzte haben eine vertragliche Aufklärungspflicht.

von Nino Herding

Bei besonders risikoreichen Behandlungen eines Tieres und finanziellen Interessen des Eigentümers müssen Tierärzte den Eigentümer

  • über Risiken einer tierärztlichen Behandlung und
  • über evtl. Behandlungsalternativen

aufklären.

Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm mit Urteil vom 13.01.2015 – 26 U 95/14 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte der beklagte Tierarzt,

  • dem der Kläger sein für ca. 300.000 EUR erworbenes Dressurpferd vorgestellt hatte, da dieses bei einem Turnier durch fehlende Elastizität und fehlenden Schwung aufgefallen war,

nach einer Röntgenuntersuchung die Verdachtsdiagnose der Ataxie gestellt und eine chiropraktische Maßnahme empfohlen, der vom Kläger im Rahmen eines Telefonats zugestimmt worden war.

Da das Pferd nach der chiropraktischen Behandlung, zu der es in der Praxis des Beklagten in Kurznarkose gelegt worden war, nicht mehr selbstständig aufstehen konnte und einen Tag später verstarb, verlangte der Kläger vom Beklagten, wegen unzureichende Aufklärung über Risiken und Behandlungsalternativen, Schadensersatz für den Verlust des Tieres in Höhe von ca. 500.000 EUR.

Der 26. Zivilsenat des OLG Hamm entschied, dass der Beklagte aufgrund eines Aufklärungsfehlers haftet.

Zwar sei, wie der Senat ausführte, die von einem Tierarzt zu fordernde Aufklärung nicht mit der in der Humanmedizin zum Schutz des Selbstbestimmungsrechts des Patienten gebotenen Aufklärung zu vergleichen.
Aber eine vertragliche Aufklärungs- und Beratungspflicht habe auch ein Tierarzt ...

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