Arzthaftung: Zu spät erkannter Darmverschluss

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 21.11.2014 - 26 U 80/13 Arzthaftung: Zu spät erkannter Darmverschluss Eine Patientin kann vom Krankenhaus und vom verantwortlichen Arzt 90.000 Euro Schmerzensgeld beanspruchen, weil ein Dünndarmverschluss zu spät erkannt und behandelt wurde und ihre Gesundheit aufgrund dieses groben Behandlungsfehlers dauerhaft erheblich beeinträchtigt ist. Der Sachverhalt

Die Klägerin begab sich wenige Tage nach einer plötzlich aufgetretenen Übelkeit in die stationäre Behandlung des beklagten Krankenhauses und wurde im Fachbereich des mitverklagten Arztes aufgenommen. Ende des Jahres musste sie im Krankenhaus notfallmäßig operiert werden, weil sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert hatte. Dabei stellte man einen ausgeprägten Verschluss des Dünndarms fest, der bereits zum teilweisen Absterben eines Darmteils und zu einer Perforation des Darms geführt hatte.

Darmverschluss zu spät erkannt

Die Klägerin hat gemeint, dass der Darmverschluss zu spät erkannt und behandelt worden sei. Deswegen leide sie heute u.a. an einem Kurzdarmsyndrom sowie einer Osteoporose mit Wirbelbrüchen und an einer reaktiven Depression. Sie sei arbeitsunfähig, habe über 10 kg an Körpergewicht und mehrere cm an Körpergröße verloren. Von den Beklagten hat die Klägerin Schadensersatz verlangt, u.a. ein Schmerzensgeld in Höhe von 125.000 Euro.

Das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (26 U 80/13)

Das Schadensersatzbegehren der Klägerin war weitgehend erfolgreich. Der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat ihr 90.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Vor der Notoperation seien notwendige diagnostische und therapeutische Maßnahmen grob fehlerhaft unterlassen worden ...

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