EFI-Jahresgutachten 2015: Urheberrecht muss innovationsfreundlicher werden

von Johannes Flötotto

In ihrem aktuellen Jahresgutachten kritisiert die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) das bestehende Urheberrecht als zu wenig innovationsorientiert. Die wachsende wirtschaftliche Bedeutung nutzergenerierter Inhalte wird nicht ausreichend berücksichtigt. Um dieses innovative Potenzial zu nutzen, sollte die kreative Umgestaltung von Werken unter bestimmten Bedingungen zulässig sein. Die komplexen Bestimmungen des Urheberrechts müssen vereinfacht und für die Nutzer transparenter werden. Die Expertenkommission fordert zudem die Einführung einer “allgemeinen Wissenschaftsschranke”.

Die wirtschaftliche Bedeutung von Werken und Inhalten, die von Nutzern geschaffen werden, steigt. Ein beachtlicher Teil der auf Videoportalen wie YouTube zugänglichen Inhalte stammt von privaten Nutzern und viele dieser Beiträge sind qualitativ hochwertig. Empirische Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Großteil des Marktwertes von Online-Unternehmen durch Beiträge der Nutzer entsteht. Das bestehende Urheberrecht beruht dagegen noch immer auf der Annahme, dass es strikt getrennte Rollen von “klassischen” Anbietern wie Verlagen einerseits und passiven Nutzern andererseits gibt.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht können weitreichende Schutzrechte nachteilig sein, wenn sie kreative Nutzer einschränken und somit die Schaffung neuer Werke durch Nutzer verhindern. Die Expertenkommission empfiehlt daher, kreativen Nutzern größere Freiräume zu geben ...

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