Direktanspruch gegen die Versicherung – was bringt mir das?

von Sandra Deller

In manchen Fällen können Geschädigte ihren Anspruch auf Schadenersatz direkt bei der Haftpflichtversicherung des Schädigers geltend machen. Das kann durchaus nützlich sein, denn der Direktanspruch bietet auf jeden Fall die Möglichkeit, einen solventen Schuldner in Anspruch zu nehmen. Doch sollte man sich vorher gut überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, nur gegen die Versicherung vorzugehen.

Drei Fallkonstellationen

Der Direktanspruch gegen Haftpflichtversicherungen ist in § 115 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt. Der Gesetzgeber gestattet die direkte Geltendmachung der Ansprüche bei der Versicherung in drei Fallkonstellationen:

Wenn es sich bei der Haftpflichtversicherung um eine echte Pflichtversicherung handelt. Es muss also eine Versicherung sein, die man unter gewissen Umständen abschließen MUSS. Klassisches Beispiel ist die Kfz-Haftpflichtversicherung, ohne die ein Halter seinen Pkw nicht zulassen kann. Wenn über das Vermögen des Versicherungsnehmers das Insolvenzverfahren eröffnet oder aber die Eröffnung abgelehnt wurde, weil keine Insolvenzmasse vorhanden ist. Hat ein Patient beispielsweise Ansprüche gegen einen Arzt geltend gemacht und wird dieser dann insolvent, hat der Patient nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Möglichkeit, die Haftpflichtversicherung des Arztes direkt in Ansruch zu nehmen. Wenn der Aufenthaltsort des Schädigers unbekannt ist, weil der sich zum Beispiel ins Ausland abgesetzt hat und dort nicht mehr auffindbar ist ...

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