Kein Schadensersatz nach Unfall beim Motocross-Training?

von Ingo Julian Rösch

Der Betreiber einer Motocross-Anlage muss bei einem freien Training die Piste nicht mit Streckenposten sichern.

Das hat der 11. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG) mit Urteil vom 19.02.2015 – 11 U 91/14 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegendem Fall war

  • der damals neun Jahre alte Kläger auf der vom beklagten Verein betriebenen Motocross-Bahn, während eines freien Kindertrainings, als das Gelände auch von Nichtvereinsmitgliedern gegen die Zahlung eines Entgelts benutzt werden konnte, mit seiner Kinder-Motocross-Maschine nach dem Überspringen einer Kuppe bei der Landung mit seiner Maschine gestürzt und
  • von dem nachfolgenden Fahrer, ebenfalls einem Kind, der die Unfallstelle nicht einsehen und deshalb nicht ausweichen konnte, überfahren und schwer an Kopf und Hals verletzt worden.

Die Klage des verletzten jungen Motocross-Sportlers gegen den beklagten Verein auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wies der 11. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen OLG ab.

Danach hatte der Betreiber der Motocross-Anlage hier keine ihm obliegende Verkehrssicherungspflicht verletzt.
Der Betreiber einer Motocross-Anlage muss nämlich nicht allen denkbaren Gefahren vorzubeugen. Seine Verkehrssicherungspflicht erfordert lediglich den Schutz vor

  • den Gefahren, die über das übliche Risiko bei der Nutzung der Anlage hingehenden sowie
  • solchen Gefahren die vom Benutzer - oder bei Kindern von deren Eltern - nicht vorhersehbar und nicht ohne weiteres erkennbar sind.

Die Möglichkeit von Stürzen während einer Trainingsfahrt und von Kollisionen mit nachfolgenden Motocross-Fahrern liege, wie der Senat ausführte, grundsätzlich im Rahmen der von vornherein zu erwartenden Risiken der gemeinsamen Nutzung einer Motocross-Anlage ...

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