Anklage gegen früheren Oberarzt des Klinikums Rechts der Isar im Zusammenhang mit Lebertransplantationen

von Liz Collet

Die Staatsanwaltschaft München I hat nach heutiger Mitteilung die Ermittlungen gegen den heute 46-jährigen früheren Oberarzt des Klinikums Rechts der Isar abgeschlossen und Anklage zum Landgericht München I erhoben.

Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 2009 und 2010 Blutwerte manipuliert haben, um drei Patienten eine vorzeitige Lebertransplantation zu ermöglichen. Dabei habe er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft billigend in Kauf genommen, dass schwerstkranke andere Patienten, bei denen eine höhere medizinische Dringlichkeit für eine Lebertransplantation bestand, die benötigten Spenderorgane erst zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.

Die Staatsanwaltschaft legt ihm daher versuchte gefährliche Körperverletzung zur Last und für die nun erhobene Anklage von folgendem Tatverdacht:

Als Oberarzt im Klinikum rechts der Isar in München war der heute 46-jährige Angeschuldigte in den Jahren 2009 und 2010 mit der Behandlung von Patienten betraut, die für eine Lebertransplantation in Frage kamen. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, die für die Zuteilung von Spenderorganen maßgeblichen Patientendaten an die Stiftung Eurotransplant zu melden.

Die Stiftung Eurotransplant mit Sitz in Leiden / Niederlande ist für die Zuteilung postmortal gespendeter Organe in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern verantwortlich. Die deutschen Transplantationszentren, zu denen auch das Klinikum Rechts der Isar gehört, arbeiten mit Eurotransplant auf der Grundlage des Transplantationsgesetzes (TPG) zusammen.

Um eine möglichst gerechte Verteilung der knappen Spenderorgane zu gewährleisten, führt Eurotransplant eine zentrale Warteliste, auf der die Patienten, die grundsätzlich für eine Organtransplantation in Frage kommen, gelistet sind. Je höher der Listenplatz eines Patienten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihm zeitnah ein Spenderorgan angeboten werden kann ...

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