Fotorecht: Hostess muss Veröffentlichung von Partyfoto dulden

von Niklas Plutte

Wer als Hostess auf einer Prominentenparty arbeitet, willigt unter Umständen konkludent in die Veröffentlichung von ihn zeigenden Fotos auf einem Eventportal im Internet ein (BGH, Urteil vom 11.11.2014, Az. VI ZR 9/14).

Foto zeigte Hostess bei Zigaretten-Promotion auf Promi-Party

Eine Hostess verteilte im Auftrag einer Promotion Agentur Zigaretten auf der Promi-Party “Casting Company-Abriss-Party”. Der Gastgeber war über die TV-Serie “Germanys next Topmodel” bekannt geworden. Auf der Party schoss ein Medienvertreter ein Foto von der Hostess, auf dem sie einem Gast Zigaretten anbot. Dieses Foto landete in der Folge im Internet auf einem Eventportal. Gegen die dortige Veröffentlichung wehrte sich die Hostess.

Veröffentlichung von Foto ohne ausdrückliche Einwilligung

Grundsätzlich dürfen Bildnisse einer Person nur mit deren Einwilligung verteilt werden (§ 22 Satz 1 KUG). Von diesem Grundsatz besteht allerdings eine Ausnahme, wenn es sich um ein Bildniss aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG). Diese Ausnahme gilt wiederum nicht für Verbreitungen, die berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzen (§ 23 Abs. 2 KUG). Ausgehend von diesem abgestuften Schutzprinzip wurde die Party von der Vorinstanz als zeitgeschichtliches Ereignis eingestuft. Da durch die Verbreitung keine berechtigten Interessen der Hostess verletzt würden, sei die Veröffentlichung des Fotos auch ohne ihre Einwilligung erlaubt gewesen ...

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