Biene im Pitot-Rohr eines Flugzeuges ist ein außergewöhnlicher Umstand

Im vorliegenden Fall ging es um die Frage ob eine Ausgleichszahlung wegen Flugverspätung zu zahlen war. Der Flug, für den eine planmäßige Abflugzeit um 19:50 Uhr vorgesehen war, flog erst am folgenden Tag um 03:05 Uhr von dem Flughafen in Antalya ab. Die späteren Kläger erlitten also durch diese Verspätung einen Zeitverlust von erheblich mehr als drei Stunden. Zur Entlastung brachte die Fluggesellschaft vor, dass sich eine Biene im Pitotrohr befand, was zu einer Fehlermeldung führte, die eine Weiternutzung des Fluggerätes unmöglich machte. Das Pitotrohr ist ein einseitig offenes Rohr zur Messung der Geschwindigkeit des Flugzeugs. Es mag zutreffend sein, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Umstand im Sinne der EU-Verordnung handelt. Entgegen der Einschätzung der Fluggesellschaft genügt dies jedoch noch nicht zur Entlastung im Sinne des Gesetzes, weil die Biene im Pitotrohr zunächst lediglich einen Vorflug betraf. In einem solchen Fall reicht es nämlich nicht aus, dass das Luftfahrunternehmen nur darlegt und ggf. beweist, dass es alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um den außergewöhnlichen Umstand zu vermeiden. Unabhängig davon, dass die Fluggesellschaft nicht vorgetragen hat, welche Maßnahmen sie ergriffen hat, um das Eindringen der Biene in das Pitotrohr zu vermeiden oder weswegen ihr das Ergreifen etwaiger Maßnahmen unmöglich war, hätte sie jedenfalls im Hinblick auf die Tatsache, dass die Biene zunächst lediglich den Vorflug betraf, konkret dazu vortragen müssen, welche Maßnahme sie ergriffen hat, um die Verspätungen der nachfolgenden Flüge zu vermeiden bzw. weswegen ihr derartige Maßnahmen nicht zumutbar waren ...Zum vollständigen Artikel


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