“Schleichbezug”: Urteil aus Hamburg zur Zulässigkeit des Weiterverkaufs von Veranstaltungstickets

von Stephan Dirks

Wieder so ein Begriff, der im Leben der meisten Menschen niemals eine Rolle spielt: Der so genannte “Schleichbezug” von Veranstaltungstickets. Dabei ist das Phänomen, das der Begriff beschreibt, dann wieder gar nicht mehr so selten: Es geht um den Weiterverkauf von Veranstaltungstickets (von Comedyshows bis Fußball) zu Preisen, die über denen des Veranstalters liegen. Das im Begriff angedeutete “Schleichen” bezieht sich dabei auf den Erwerber, der die jeweilige Eintrittskarte vermeintlich als Verbraucher erwirbt, tatsächlich aber von Anfang an den teureren Weiterverkauf z.B. über Plattformen wie Ebay beabsichtigt. Genau dies untersagen Veranstalter aber gern und oft durch AGB. Ein vom Kollegen Lars Rieck besprochenesUrteil des LG Hamburg ist Anlass, der Sache einen Beitrag zu widmen.

Der rechtliche Rahmen

Im Ausgangspunkt gibt es für Veranstalter nachvollziehbare Gründe, einen gewerblichen Weiterverkauf von Tickets zu verbieten. Denn Veranstaltern und vor auch dem Künstler kann daran gelegen sein, möglichst auch Publikum mit weniger großem Geldbeutel den Zugang zu seinen Veranstaltungen zu ermöglichen.

Allerdings stößt dieses Argument ersichtlich da an seine Grenzen, wo Veranstalter selbst an Ticketbörsen mitverdienen, in denen Tickets zu Preisen über dem Ausgabepreis gehandelt werden. Hier liegt nun oftmals die (selbstverständlich rein spekulative) Vermutung nahe, dass es bei den erwähnten AGB-Bestimmungen viel weniger darum geht, fairen Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen und viel mehr darum, lästigen Wettbewerb beim lukrativen Geschäft mit dem Ticketweiterverkauf zu verhindern. Denn so könnten Veranstalter (gemeinsam mit “offziziellen” Vermarktungsplattformen schließlich doppelt verdienen) ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK