Staatsanwaltschaft Schwerin klagt 94-jährigen ehemaligen SS-Sanitäter an

Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau Staatsanwaltschaft Schwerin klagt 94-jährigen ehemaligen SS-Sanitäter an Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat einen 94-jährigen Mann wegen seiner Tätigkeit als Angehöriger der SS-Sanitätsdienststaffel im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau angeklagt. Der Angeschuldigte habe sich in die Lagerorganisation unterstützend eingefügt. Der Vorwurf

Dem Angeschuldigten aus Vorpommern wird vorgeworfen, in der Zeit vom 15.08.1944 bis zum 14.09.1944 in mindestens 3.681 tateinheitlich zusammentreffenden Fällen vorsätzlich Beihilfe zum Mord durch grausame und heimtückische Tötung geleistet zu haben.

In diesem Zeitraum war der Angeschuldigte als SS-Unterscharführer in die SS-Sanitätsdienststaffel des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau abkommandiert, nachdem er bereits zuvor von Oktober 1943 bis Januar 1944 in Auschwitz Dienst verrichtet hatte. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin und des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern hat der Angeschuldigte die für SS-Sanitätsdienstgrade üblichen Tätigkeiten, u. a. im SS-Lazarett, ausgeübt.

In dem der Anklageschrift zugrunde gelegten Tatzeitraum erreichten Auschwitz-Birkenau wenigstens 14 Deportationszüge, u. a. aus Rhodos, Triest, Lyon, Mauthausen, Wien und Westerbork (Niederlande). In dem Zug aus Westerbork befanden sich nach dem Ergebnis der durchgeführten Ermittlungen auch die Verfasserin der bekannten Tagebücher Anne Frank mit ihren Eltern sowie ihrer Schwester. Anne Frank wurde später in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert, wo sie im März 1945 starb.

Die nach Auschwitz-Birkenau mit den Zügen deportierten Opfer wurden nach ihrer Ankunft an der sogenannten Rampe „selektiert“. Die Selektion hatte den Zweck, Menschen, die in das Arbeitslager eingewiesen werden sollten, von denen zu trennen, die unmittelbar im Anschluss an die Selektion getötet werden sollten ...

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