Da wundern sich die Beamten aber sehr!

von Peter Ratzka

Mäxchen Müller war im Zug von zwei Beamten der Bundespolizei kontrolliert worden. Man fand Betäubungsmittel im Kilobereich. Als man ihn festnehmen wollte, wehrte sich Mäxchen ein wenig und floh. Erst Tage später wurde er gefasst.

Wie sich Mäxchen wehrte, war strittig. Während er nur einen Beamten beiseite gestoßen haben wollte um danach durch die sich öffnende Zugtür zu verschwinden, berichteten die Bundespolizisten von heftigstem Widerstand, einem niedergeschlagenen Kollegen und brutaler Gewalt.

Für die Ermittlung wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte (inkl. Körperverletzung) war die Bundespolizei zuständig, das Drogendelikt übernahm die lokale Kriminalpolizei. Die war dann auch wesentlich schneller mit der Ermittlung durch, so dass wohl schon die Anklage geschrieben war, ehe die Staatsanwaltschaft von der Bundespolizei eine Akte mit ermitteltem Sachverhalt erhielt. Da die Staatsanwaltschaft mit Augenmaß an die Sache ging und erkannte, dass bei BTM-Handel im Kilobereich so ein kleiner Widerstand gg. Beamte nicht wirklich ins Gewicht fällt, stellte sie das Verfahren kurzerhand nach § 154 StPO als unbedeutende Nebentat ein ...

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