Zurückhalten eines Testaments ist strafbar

von Andreas Abel

Rechtsanwalt Andreas Abel, Fachanwalt für Erbrecht und Fachanwalt für Steuerrecht

Der Inhalt eines Testamentes stößt nicht bei jedem auf Zustimmung, der sich nach dem Tod eines Verstorbenen Hoffnungen macht, durch den Erbfall begünstigt zu werden. Dies führt nicht selten dazu, dass aufgefundene Testamente vom überlebenden Ehegatten oder anderen Angehörigen, die das Testament auffinden, zurückgehalten, wenn nicht sogar still und heimlich „entsorgt“ werden. Was viele nicht wissen: solches Verhalten ist strafbar.

Ablieferungspflicht gesetzlich geregelt

Nach § 2259 Abs. 1 BGB ist jeder, der ein Testament in Besitz hat, das nicht in besondere amtliche Verwahrung gebracht ist, verpflichtet, es unverzüglich, nachdem er von dem Tode des Erblassers Kenntnis erlangt hatte, an das Nachlassgericht abzuliefern.

Sei es der Ehegatte, der nach dem Tod seines erst verstorbenen Ehegatten feststellt, dass in einem früheren Testament, welches gemeinsam errichtet wurde, Verfügungen enthalten sind, die nicht mehr gewünscht sind oder sei es die Tochter, die den pflegebedürftigen Elternteil aufopferungsvoll betreut hat und nach dem Tod nunmehr feststellen muss, dass das andere Geschwisterteil in gleicher Höhe erben wird. Es sind Situationen, die aus meiner Erfahrung nicht selten vorkommen und den Besitzer des Testamentes dazu veranlassen, durch Zurückhalten des Schriftstücks oder gar durch Zerstörung des Testamentes zu verhindern, dass die angeordnete erbrechtliche Wirkung eintritt.

Strafrechtliche Folgen

Dabei sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man beim Verstoß gegen die Ablieferungspflicht sich eines strafrechtlichen Vergehens schuldig macht, was mit empfindlichen Strafen einhergehen kann ...

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