Umsatzsteuer | Ist der (erfolglose) Gründer einer Ein-Mann-GmbH zum Vorsteuerabzug berechtigt?

von Einspruch aktuell

| Der Gründer ist als Unternehmer i.S. von § 2 UStG zum Vorsteuerabzug berechtigt. Zwar wollte der Gründer bei Bezug der Eingangsleistungen (hier: betriebswirtschaftliche Gründungsberatung) in der Anfangsphase der (gescheiterten) Ein-Mann-GmbH-Gründung nicht selbst als natürliche Person besteuerte Umsätze ausführen, ihm steht jedoch der Vorsteuerabzug – vergleichbar einer Vorgründungsgesellschaft – aus den bezogenen Beratungsleistungen zur Vorbereitung einer Ein-Mann-Kapitalgesellschaft zu. Zu diesem Ergebnis gelangt das FG unter Berücksichtigung der unionsrechtlichen Vorgaben in Art. 9 und 168 MwStSystRL und der Rechtsprechung des EuGH (FG Düsseldorf 30.1.15, 1 K 1523/14 U, Rev. zugelassen). |

Seit dem EuGH-Urteil „Faxworld“ (EuGH 29. 4.04, C-137/02) ist durch die Rechtsprechung geklärt, dass bereits eine Vorgründungsgesellschaft, die allein mit dem Ziel der Gründung einer Kapitalgesellschaft errichtet wurde, als vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmerin angesehen werden kann, wenn diese Eingangsleistungen für die später gegründete Kapitalgesellschaft bezieht und andere Ausgangsumsätze von vornherein nicht beabsichtigt hatte. Dem Vorsteuerabzug der Vorgründungsgesellschaft steht dabei nicht entgegen, dass nach nationalem Zivilrecht das von der Vorgründungsgesellschaft erworbene Vermögen und die von ihr begründeten Rechte und Pflichten nicht ohne weiteres auf die zu gründende Kapitalgesellschaft übergehen, sondern durch besonderes Rechtsgeschäft übertragen werden müssen, und deshalb die beabsichtigte Tätigkeit nicht von demselben Unternehmer ausgeübt wird (vgl. BFH 15. 7 ...

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