Juristische Schaubilder für Leichte-Sprache-Texte: ein erster Versuch

von Nicola Pridik

Rechtsvorschriften sind abstrakt und Juristen- und Behördendeutsch häufig schwer zu verstehen. Bei der Aufbereitung von Rechtsinformationen für juristische Laien ist deshalb die anschauliche Vermittlung der Inhalte besonders wichtig. Das gilt auch und vor allem für Informationstexte in Leichter Sprache. Zum einen stößt die sprachliche Vermittlung der Inhalte hier schnell an Grenzen, zum anderen richten sich die Texte an Menschen, die sich mit dem Lesen schwertun. Es liegt deshalb nahe, Rechtsinformationen in Leichter Sprache durch Schaubilder zu ergänzen. Die Frage ist: Wie können und müssen derartige Schaubilder aussehen, damit die Zielgruppen sie verstehen? Ein erster Versuch.

Im vergangenen Jahr hat das Niedersächsische Justizministerium eine Broschüre veröffentlicht, die Bürgerinnen und Bürger über die Vorsorgevollmacht für Unfall, Krankheit und Alter informiert. Das Besondere an der Broschüre ist, dass sie nicht nur Informationen in Standardsprache enthält, sondern auch in Leichter Sprache. Angesprochen sind also auch Menschen, die nicht so gut lesen können oder Mühe haben, standardsprachliche Texte zu verstehen. Zu ihnen gehören u. a. funktionale Analphabeten sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einer geistigen Behinderung.

Die Übersetzung der Broschüre in Leichte Sprache war Teil eines Pilotprojektes, welches das Ministerium in Zusammenarbeit mit dem Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim und dem Amtsgericht Hildesheim durchgeführt hat. In diesem Projekt ging es darum, verschiedene justizbezogene Textsorten nach wissenschaftlichen Grundsätzen in Leichte Sprache zu übersetzen.

Die Broschüre steht auf der Website des Ministeriums als PDF-Datei zum Download zur Verfügung: zum Pilotprojekt Leichte Sprache (mit Downloadlink) ...

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